Lebensmittelverluste und -abfälle stoppen

Das Thema „Lebensmittelverluste und -abfälle“ ist ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Zurzeit liegen dazu mehrere Studien vor. Es besteht jedoch weiterer Forschungsbedarf, um belastbare Daten zu ermitteln.

Die Welternährungsorganisation (FAO) legte 2011 in einer Studie 78 dar, dass weltweit rund ein Drittel aller für den menschlichen Konsum produzierten Nahrungsmittel verloren oder weggeworfen werden. Das entspricht 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. Die Verschwendung dieser großen Lebensmittelmengen ist so- wohl aus ethischen als auch ökologischen Gründen nicht zu verantworten. In vielen armen Ländern der Erde ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln unter anderem schwierig, weil Ackerflächen für den Lebensmittelexport und damit für unsere Ernährungsgewohnheiten belegt werden. Die enormen Mengen an jährlich vernichteten Nahrungsmitteln durch Verluste und Verschwendung sind letztendlich ein starker Treiber von zunehmender Ressourcenverknappung und Umweltbelastungen, daher müssen sie dringend eingedämmt werden.

 

Europa – Österreich – Deutschland

Die Europäische Kommission schätzt dass in der EU pro Person und Jahr 173 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen werden. Das macht insgesamt 88 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. 53 % aller weggeworfenen Lebensmittel gehen dabei auf das Konto der privaten Haushalte. In einem durchschnittlichen Haushalt wird ein Viertel der eingekauften Lebensmittel weggeworfen, vieles davon ungeöffnet. 30 % landen bei Landwirtschaft und Produzenten im Müll, 12 % in der Gastronomie und 5 % im Handel.

In Österreich fallen laut einer aktuellen Studie des Ökologie-Instituts jährlich 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle und -verluste pro Jahr an. Gut die Hälfte davon gilt als potentiell vermeidbar. Landwirtschaft und Produktion sind noch ausgenommen, da über diese beiden Sektoren keine Gesamtzahlen existieren.

In Deutschland wurden im Jahr 2008 pro Kopf rund 457 Kilogramm Lebensmittel konsumiert. Das sind insgesamt rund 37 Millionen Tonnen. 6,7 Millionen Tonnen an Lebensmittelabfälle fielen in den Haushalten an, das heißt pro Person etwa 76 bis 82 Kilogramm und damit rund 17 bis 18 Prozent des gesamten Lebensmittelkonsums.

Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette in kg pro Kopf (2008)

Siehe Abbildung:

unbenannt

 

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Die persönliche DNA ist entschlüsselt – würden Sie das interessieren? So wie es nun ein IT-Manager in Wien weiß: Die Chance, dass er eine Glatze bekommt, ist hoch. Er trägt ein höheres Risiko für Altersblindheit und für Diabetes in sich, dazu sogar stark erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen, sollte er zu einem Epilepsi-Medikament greifen müssen. Ein Herzinfarkt ist weniger wahrscheinlich etc.

In 20 Jahren gehört eine Gensequentierung für Menschen in Österreich zur Routine, so ein Genforscher, der das Genom Austria Projekt am Wiener CeMM leitet.

Welche Fragen für unseren Lebensstil betreffend werfen diese Entwicklungen auf?

Sucht man sich Partner bald nach dem Erbgut aus? Wie viel Druck üben Eltern aus, wenn dem neugeborenen musikalisches Talent geschrieben steht? Werden sich Arbeitgeber den genetisch fittesten Bewerber aussuchen? Haben Versicherungen bei Risikopatienten die Prämie an? Was passiert mit den sensiblen Daten? Werden wir unsere Ernährung auf unsere DNA abstimmen?

 

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Jugendliche haben keinen Bezug zum Kochen !

81 % der jungen Erwachsenen zwischen 14 und 18 Jahren geben an, sehr gerne zu kochen! Die unter 19 Jährigen kochen jedoch noch sehr selten – 30 % von ihnen kochen normalerweise gar nicht selbst.

Männer lieben Fleisch !

In der Tat essen mehr Männer (47%) als Frauen (22%) täglich Fleisch.

In Single-Haushalten kocht der Lieferdienst !

In 46 % der Ein-Personen-Haushalten wird mindestens zwei- bis dreimal pro Woche gekocht und ein Drittel der Alleinlebenden kocht jeden tag. Nur acht Prozent geben an, dass sie in der Regel keine Speisen selbst zubereiten.

Allergien und Unverträglichkeiten sind in großen Städten häufiger als auf dem Land.

09 % : Orte bis unter 20 000 Einwohner

13 %: Orte mit 20000 bis unter 500 000 Einwohnern

16 %: Orte mit 500 000 Einwohnern und mehr

Zwischen Vollwertkost, Gummibärchen und Pizza

Frauen achten stärker auf eine ausgewogene Ernährung. Ihnen gelingt das im Alltag auch häufiger als Männern (76% zu 62%). Frauen bevorzugen frisch Zubereitetes und greifen seltener zu Tiefkühlpizzen oder anderen Fertigprodukten. Frauen sind jedoch die größeren Frustesser. Deutlich mehr Frauen (32%) als Männer (15%) geben an, öfter auch aus Frust zu essen.

Die Lust auf Süßes ist im Alter zwischen 30 und 44 Jahren am größten – 30 % der Befragten dieser Altersgruppe essen täglich Süßigkeiten. Die 19- bis 29-Jährigen sowie die über 60-Jährigen verzichten eher auf Süßwaren: Nur 12 % der Jüngeren bzw 17 % der Älteren greifen täglich bei Schokolade, Gummibärchen oder Keksen zu.

Was sollte in der landwirtschaftlichen Lebensmittelproduktion verbessert werden ?

70% bessere Umweltverträglichkeit

86% bessere Bezahlung für Bauern

88% größere Beachtung der artgerechten Haltung von Nutztieren

 

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Meinungsforschungsinstitut Forsa, 2015

 

 

Nahrungsmittelproduktion (Quelle: Wissen 30, Studie 2016)

Die Studie hat die Bedeutung von Essen in drei Dimensionen erfasst:

—- Wie wichtig ist es für Sie persönlich, auf gutes Essen  zu achten?

—- Wie wichtig sollte es allen Menschen in Zukunft sein, auf gutes Essen zu achten?

—- Was denken Sie, wie wichtig wird es den Menschen in Zukunft tatsächlich sein, auf gutes Essen zu achten?

Die Ergebnisse zeigen den enorm hohen Stellenwert von gesundem Essen: Knapp 90 % der über 3000 Befragten empfehlen kommenden Generationen mit höchstem Nachdruck, auf gutes Essen zu achten und 74% unterstreichen die zukünftige Bedeutung einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion (unter ihnen finden sich Arme wie Reiche, Menschen mit niedriger wie mit hoher Bildung).

Ganz anders die tatsächliche Situation heute. Menschen mit hoher Bildung und gutem Einkommen achten sehr genau auf die Art der Nahrungsmittelproduktion. Menschen mit geringer Bildung und geringem Einkommen tun dies weniger. Ihnen ist dabei selbstkritisch bewusst, dass sie unterhalb der eigenen Ideale bleiben. Schließlich wünschen sie sich für die kommenden Generationen höhere Standards. Zum Thema TRANSPARENZ: 85 % der Befragten sprechen sich dafür aus,  dass die Politik dafür sorgt, dass BürgerInnen vollständigere und verständlichere Produktinformationen zugänglich sind.

Frankreich setzt im Rahmen seines Energiewende-Gesetzes eine klare Regelung – Ein Vorbild für weitere Länder.

Plastik überall. Warum nur, fragen sich viele. Ganz einfach: Es ist robust, preiswert und günstig in der Herstellung. Aber Plastik wird vor allem aus Erdöl hergestellt und nicht nur im Ozean belastet es die Umwelt, wenn es nicht ordnungsgemäß entsorgt wird.

Gerade wenn es eine große Party gibt oder wenn irgendwo unterwegs etwas gefeiert wird, dann gibt es auf einmal Berge von Müll: Plastikbesteck und Plastikgeschirr werden dann einfach nach dem Fest entsorgt.

Vehementer Nachteil: Unendlich viel Müll! Frankreich hat nun genug davon. Im Rahmen des französischen Energiewende-Gesetzes geht der Kampf gegen die Müllberge ins Finale: Bis 2020 sollen keine Plastikbecher und Plastikteller sowie kein Besteck mehr aus Plastik in den Handel kommen, im Notfall geht es auch mit biologisch abbaubaren Materialen, wenn man wirklich kein Geschirr von zu Hause mitnehmen will.

Frankreich hat bereits dickere Plastiksackerln verboten, ab dem nächsten Jahr geht es den dünneren Plastiksackerln für Obst und Gemüse etc. an den Kragen. Schritt drei ist Plastikgeschirr. Damit dürfte es in Zukunft endlich keine Plastikabfälle mehr an Frankreichs Küsten und auch an manchen Flüssen geben.

Die konsequente Vorgehensweise wird übrigens von einem Großteil der französischen Bevölkerung begrüßt.

(Quelle   oekonews.at. | holler 2016 )