Der Rohstoff für Alufolie kommt meist aus dem Regenwald, wird extrem umweltschädlich produziert und ist gesundheitlich bedenklich. Wir geben Ihnen Tipps zu Alternativen.

 

Alufolie ist ein Standardprodukt in vielen Haushalten, obwohl es große Nachteile hat. Alufolie hat einen bitteren Beigeschmack – nicht nur weil sich das Aluminium durch Salz und Säure löst und in die verpackten Lebensmittel übergeht, sondern auch weil bei der Herstellung Regenwald vernichtet wird, giftige Abfälle entstehen und viel Energie verbraucht wird.

Schlecht für die Umwelt

Bauxit heißt das Gestein, aus dem Aluminium gewonnen wird. Bauxit wird zum größten Teil in Australien, China, Brasilien und Indien abgebaut. Meist werden dazu große Flächen an Regenwald gerodet. Der Abbau hinterlässt grobe Spuren in der Landschaft und schädigt die Gesundheit der Bevölkerung. Bei der Gewinnung von Aluminium aus Bauxit bleibt ätzender, mit Schwermetallen verunreinigter Rotschlamm übrig, der eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Zur Verarbeitung ist hoher Energieeinsatz notwendig.

Aluminium kann Ihre Gesundheit gefährden!

Mittlerweile sind es nicht nur UmweltschützerInnen die sich gegen die Verwendung von Aluminium im Lebensmittelbereich verwehren. Auch die Medizin sieht eine mögliche Gefährdung, da Aluminium in hohen Dosierungen nervenschädigend wirkt, die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und in Verbindung mit Demenzerkrankungen wie Alzheimer gebracht wird.

Nicht für Kuchen und für die „Fisch“

Aluminium reagiert mit Säure und Salz. Das macht sich zum Beispiel beim Abdecken eines Obstkuchens bemerkbar: Das Metall löst sich durch die Fruchtsäure ab, dunkle Flecken bilden sich am Kuchen. Auch Schinken oder Käse sollten nicht in Alufolie verpackt werden, um den Körper nicht unnötig mit Aluminium zu belasten. Zum Kochen ist Alufolie ebenfalls nicht geeignet, Rezepte mit Alufolie wie Fisch in Salzkruste oder Ofenkartoffeln sind nicht empfehlenswert. Denn auch hier können Salz oder Säure Aluminium aus der Folie lösen und die Aufnahme von Aluminium unnötig erhöhen.

Garantiert aluminiumfrei

  • Butterbrotpapier und Jausenboxen halten Pausenbrote frisch
  • Glasbehälter mit Deckel sind die beste Wahl zur Aufbewahrung von Lebensmitteln
  • beim Kochen Alufolie durch Backpapier ersetzen
  • Grilltassen aus Edelstahl verwenden
  • Lebensmittel in einer Schale, die mit einem Teller zugedeckt wird, im Kühlschrank aufbewahren
  • Zwiebelhälften mit Schnittfläche auf Untertasse legen und mit einer Kaffeetasse abdecken

Aluminium ist zu schade zum Wegwerfen

Wichtig ist es, Aluminiumprodukte wie Dosen und Folien zu trennen und in den Altmetallcontainer zu werfen. So können die Aluminiumabfälle dem energiesparenden Recycling-Kreislauf zugeführt werden und es entstehen daraus neue Produkte, ohne Bauxit abzubauen.

Wer nicht auf Alufolie verzichten will, sollte Recycling-Alufolie kaufen, da für ihre Herstellung weniger Rohstoffe und Energie verbraucht werden. Recycling-Alufolie ist zum Beispiel in Bio-Supermärkten und Online-Shops erhältlich. Doch Vorsicht, gesundheitlich schneidet Recycling-Alufolie auch nicht besser ab!

 

Weitere Informationen

Infos zu abfallarmen Verpackungen: www.wenigermist.at

Quelle: service@umweltberatung.at

Foto: © Michaela Knieli, DIE UMWELTBERATUNG

„Rund gehts“ auf den Spuren unserer Reste

Wie aus Abfällen wertvolle Rohstoffe werden

Es geht rund in der österreichischen Abfallwirtschaft: Im Rahmen der Bewusstseinskampagne ‘RUND GEHT’S“ wird der Bevölkerung gezeigt, dass aus Abfällen wichtige Rohstoffe für neue Produkte gewonnen werden können. Jährlich fallen in Österreich mehr als 57 Millionen Tonnen an Abfällen an. Allein vier Millionen Tonnen in Form von Sperrmüll, Elektroaltgeräten, Verpackungen & Co werden aus Haushalten gesammelt, weitere mehr als 22 Millionen Tonnen Abfälle haben ebenfalls ein enormes Recyclingpotential. Denn: Abfälle sind ein wichtiger Rohstoff und das wird jetzt auch der österreichischen Bevölkerung bewusst gemacht.

Aus diesem Grund wurde mit allen wichtigen Akteuren der heimischen Abfallwirtschaft die Kampagne ‘Rund Geht’s“ entwickelt. Diese folgt den Spuren unserer Reste und holt die vielfältigen Kreisläufe vor den Vorhang: Wussten Sie, dass aus Altpapier neues Papier produziert wird? Wahrscheinlich schon. Aber wie sieht’s mit folgenden Beispielen aus: aus Elektroaltgeräten wird sogar Gold und Silber für Schmuck gewonnen, Kunststoffverpackungen werden zu Granulaten für Gartenmöbel oder Stöckel von High Heels und Eisen aus Autowracks finden sich in Windradstehern wieder! ‘Rund Geht’s“ zeigt genau diese vielfältigen Wege – was mit den Resten des Alltags passiert, nachdem man sie entsorgt hat. Und zwar anhand von bekannten und weniger bekannten Good-Practice Beispielen sowie interessanten ReUse-Projekten. Dadurch wird das Sammelengagement der heimischen Bevölkerung bestärkt.

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) gemeinsam mit zahlreichen Akteuren der Abfallwirtschaft, den Bundesländern, den Abfallverbänden, BMLFUW, WKÖ u.v.a. Bis heute unterstützen über 50 Partner die Kampagne.

Auf der neuen Website www.rundgehts.at können Herr und Frau Österreicher Schritt für Schritt den Weg des Abfalls sehen und bekommen einen Einblick, was und wie viel noch daraus gewonnen werden kann. Zudem gibt es viele Infos, Zahlen und Fakten zur heimischen Abfallwirtschaft und welche Maßnahmen gesetzt werden, damit aus dem Abfall von heute schon Morgen ein neues Produkt entsteht.

Jedes Beispiel ist immer so aufgebaut, dass detailliert erklärt wird, wie der Abfall X in ein neues Produkt Y fließt. Anhand des Kreislaufs ‘Vom Elektroaltgerät zum Schmuckstück“ gestaltet sich das inhaltlich beispielsweise folgendermaßen: jährlich werden österreichweit 82.400 Tonnen Elektroaltgeräte in kommunalen oder gewerblichen Sammelstellen gesammelt. Von dort werden sie zu speziellen Verwertungsanlagen gebracht, wo sie im ersten Schritt zerschlagen werden. Im Schredder wird der Elektronikschrott dann weiter zerkleinert und Eisenmetalle mittels Magneten ausgeschieden. Das restliche Material kommt in ein Schüttelsieb, wodurch Nichteisenmetalle herausgesiebt werden. Diese Nichteisenmetalle – wie beispielsweise Kupfer, Gold oder Silber – können dann wieder eingeschmolzen und zum Beispiel in Schmuckstücken verarbeitet werden.

Der Kreislauf ‘Von Joghurtbechern & Co zu Damenschuhabsätzen“ wird wie folgt dargestellt: Aus Altstoffsammelzentren kommen Joghurtbecher, Pflanztöpfe & Co. zu speziellen Aufbereitungsanlagen, wo sie gereinigt und sortenrein getrennt werden. In einem sogenannten ‘Extrusionsverfahren“ werden die Kunststoffteile zerkleinert und im weiteren Verarbeitungsschritt eingeschmolzen, wodurch Kunststoffgranulate entstehen. Diese können dann wieder aufgeschmolzen und in die gewünschte Form gepresst werden. Da Kunststoffgranulate sehr robust sind, eignen sie sich gut für Stöckel von Damenschuhen oder auch als Gartenmöbel. Neben dem Webauftritt wurden auch frische Werbesujets zu verschiedenen Sammelfraktionen, Online-Banner, Infofolder u.v.m. entwickelt sowie eine Facebook-Seite www.facebook.com/rundgehts aufgesetzt, um die ÖsterreicherInnen auch im Social Media-Kosmos mit allen News zu versorgen.

Startschuss mit Eyecatcher auf öffentlichen Plätzen

Zum Start der Kampagne wurden auffällige Medienaktionen in verschiedenen Städten Österreichs, wie Graz oder Innsbruck, inszeniert. Den BewohnerInnen wird dabei hautnah vermittelt, was durch Wiederverwertung alles möglich ist und wie sich die Recyclingkreisläufe schließen. Den Auftakt markierte Graz anlässlich der Abfallwirtschaftstagung am 10. Mai 2017 zum Thema Kunstoffabfälle, wo mit einer Kunstinstallation im öffentlichen Raum – einer Pyramide aus Kunstoffabfällen beim Eisernen Tor in der Herrengasse und Schuhen aus Joghurtbechern in den Auslagen zahlreicher Geschäfte auf die Kampagne aufmerksam gemacht wurde. In Innsbruck wurde gemeinsam mit zahlreichen Tiroler Unternehmen und Akteuren das Thema Kupfer ausgewählt – mit einer Installation eines Kabelsalats auf der Innbrücke wurde darauf aufmerksam gemacht, dass auch aus alten Kupferkabeln viele neue Produkte entstehen können, wie zum Beispiel für Münzen, Elektrogeräte oder historische Dächer. Begleitet wurden beide Medienaktionen mit einem Facebook-Gewinnspiel und attraktiven Preisen. Zudem sind noch weitere Aktionen in Landeshauptstädten in Planung.

Zahlen & Fakten

Das Abfallaufkommen Österreichs lag im Jahr 2015 bei rd. 59,76 Millionen Tonnen – 57,10 Millionen Tonnen Primärabfälle und 2,66 Millionen Tonnen an Sekundärabfällen (diese resultieren aus der Behandlung von Primärabfällen). Zu Primärabfällen zählen zum Beispiel Sperrmüll, Aushubsmaterial, Biogene Abfälle, u.v.m. 4,2 Millionen Tonnen davon sind Siedlungsabfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen – das entspricht 482 Kilogramm Abfall pro Person und unterteilt sich in 40 % Rest- und Sperrmüll und 60 % getrennte Sammlungen.

Jährlich generiert die kommunale Abfallwirtschaft in den Betrieben und über ihre Zulieferkette eine Wertschöpfung von rund 1,2 Milliarden Euro und sichert knapp 14.800 Arbeitsplätze. Im privaten Sektor arbeiten rund 25.000 Österreicherinnen und Österreicher und sorgen für eine Wertschöpfung von ca. 4 Milliarden Euro (Stand: 2014).

Mehr auf der Kampagnen-Seite: www.rundgehts.at

Warum nur ??  Lebensmittel ohne Wert ?

39 Prozent der Erwachsenen weltweit sind übergewichtig, 13 Prozent sogar fettleibig – Tendenz steigend, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gleichzeitig hungern 795 Millionen Menschen – trotzdem landen nach Angaben der Welthungerhilfe 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll.

Allein durch Überernährung und Verschwendung gehen fast 20 Prozent der weltweit verfügbaren Nahrungsmittel verloren: Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an der auch Klimaforscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mitgearbeitet haben.

Die Weltbevölkerung konsumiert rund zehn Prozent mehr Essen, als sie für eine gesunde Ernährung braucht, so die Forscher in ihrer Studie. Neun Prozent der Nahrungsmittel werden weggeworfen oder verderben. Bemühungen, diese Verluste zu reduzieren, könnten dabei helfen, die weltweite Nahrungsmittelsicherheit zu verbessern – und dabei einen sicheren Zugang zu bezahlbaren und nahrhaften Lebensmitteln zu ermöglichen – und Umweltschäden vorzubeugen.

Um das Ausmaß dieser Verluste zu beziffern, haben Geowissenschaftler und Klimaforscher aus Großbritannien, Deutschland und Australien das weltweite Nahrungsmittelsystem auf allen Stufen untersucht – von Getreideanbau und -ernte bis hin zum Konsum. Dafür haben sie vor allem Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ausgewertet.

Demnach geht fast die Hälfte des weltweit geernteten Getreides, nämlich 2,1 Milliarden Tonnen, durch Überernährung, Verschwendung und – bevor es überhaupt beim Konsumenten ankommt – ineffiziente Produktionsprozesse verloren.

Der am wenigsten effiziente Prozess, so die Forscher, sei dabei die Viehzucht, mit Verlusten von 78 Prozent oder 840 Millionen Tonnen: Mehr als eine Milliarde Tonnen Getreide werde allein dafür eingesetzt, um 240 Millionen Tonnen essbare Tierprodukte wie Fleisch, Milch und Eier zu produzieren. Nur diese Stufe im Nahrungsmittelsystem sei schon für 40 Prozent aller Verluste bei geerntetem Getreide verantwortlich.

Steige die Nachfrage nach bestimmten Nahrungsmitteln, insbesondere nach Fleisch und Milchprodukten, weiter an, werde die Effizienz des Nahrungsmittelsystems weiter abnehmen und es werde möglicherweise schwierig, die zunehmende Weltbevölkerung auf nachhaltige Weise zu ernähren, so die Forscher.

Die Nachfrage zu bedienen, könne auch Umweltschäden zur Folge haben, indem der Treibhausgas-Ausstoß steigt, Trinkwasservorräte geringer werden und die Artenvielfalt abnimmt. Menschen dazu zu ermuntern, weniger Tierprodukte zu essen, weniger Lebensmittel wegzuwerfen und nicht deutlich mehr zu essen, als der Körper benötigt, könne daher helfen, die genannten Trends umzukehren.

„Diese Studie stellt heraus, dass für das Thema Nahrungsmittelsicherheit sowohl die Produktion als auch der Konsum wesentliche Aspekte sind, die es zu berücksichtigen gilt, wenn es darum geht, nachhaltige Nahrungssysteme zu entwickeln. Sie betont außerdem, dass der Begriff ‚Verschwendung‘ unterschiedliche Dinge bedeuten kann“, sagen Professorin Almut Arneth und Professor Mark Rounsevell vom KIT, die an der Studie beteiligt waren. Finanziert wurde die Untersuchung über das EU-Projekt LUC4C, welches das KIT koordiniert.

Die Studie unter Federführung der University of Edinburgh ist eine Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Scotland’s Rural College, der University of York, und dem Centre for Australian Weather and Climate Research. Veröffentlicht ist sie in der Fachzeitschrift Agricultural Systems.

Nicht nur im Frühling – denn der kommt bestimmt. Auf das Klima schauen.

 

Für 4 Personen                                           Zubereitungszeit   45 Minuten

 Zutaten:

800 g Früherdäpfel
500 g Spinat/Mangold
2 TL Garam Masala (indische Gewürzmischung)
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL gemahlener Koriander
2 TL Kurkuma (Gelbwurz)
2 getrocknete, zerbröselte Chilis
1–2 EL Zitronen- oder Limettensaft
3–5 EL Kichererbsenmehl
Salz
Öl

 

Zubereitung:

Spinat bzw. Mangold waschen, die größeren Stiele entfernen, die Blätter blanchieren, anschließend gut abtropfen lassen, das Restwasser herausdrücken und die Blätter fein zerhacken.

Die Erdäpfel kochen und abschrecken. Danach in eine große Schüssel geben und mit Gewürzen, Zitronensaft, Kichererbsenmehl und Spinat bzw. Mangold mithilfe einer Gabel oder eines Stampfers gründlich mischen und zerstampfen.

Aus der Erdäpfelmischung acht flache Laibchen mit etwa 2,5 cm Dicke formen. In einer Bratpfanne etwas Öl auf mittlere Temperatur erhitzen und die Laibchen von jeder Seite etwa fünf bis acht Minuten anbraten.

Tipp: Wenn eine Seite goldbraun gebraten ist, den Bratling vorsichtig mit einem Pfannenwender umdrehen, um die Kruste nicht zu beschädigen. Zu den Bratlingen passen sehr gut Grillgemüse und ein Kräuterdip.

 

Damit  Ihnen beim Einkauf die Auswahl leichter fällt: Siehe Saisonkalender auf der Webseite (Umwelt und Klima)

 

CO2 Fußabdruck

177 g CO2 eq pro Portion
bei Zubereitung mit biologischen, saisonalen und regionalen Zutaten und energieeffizienten Geräten.

214 g CO2 eq pro Portion
bei Zubereitung mit konventionellen, teils nicht saisonalen und regionalen Zutaten und herkömmlichen Geräten.

Quelle: Klimakochbuch, Land Steiermark

 

Bild: www.bilder.tibs.at (Barbara Gessmann-Wetzinger)

Mehr Nachhaltigkeit in Kantinen & Co.

Wie die Menüs in Kantinen nachhaltiger gestaltet werden können, untersucht das Öko-Institut im Rahmen mehrerer Projekte. Ein Fokus liegt darauf, die Fleischanteile in der Gemeinschaftsverpflegung zu reduzieren, die Verwendung von Fleisch aus nachhaltiger Erzeugung zu steigern sowie Lebensmittelabfälle zu vermeiden

Immer mehr Menschen essen in Kantinen. So werden etwa in den Betriebskantinen täglich 4,3 Millionen und in den Mensen der Studentenwerke jährlich über 80 Millionen Essen ausgegeben. Aber auch in Schulen, Seniorenheime und Krankenhäuser gibt es die sogenannte Gemeinschaftsverpflegung. Wie die Menüs in Kantinen nachhaltiger gestaltet werden können, untersucht das Öko-Institut im Rahmen mehrerer Projekte. Ein Fokus liegt darauf, die Fleischanteile in der Gemeinschaftsverpflegung zu reduzieren, die Verwendung von Fleisch aus nachhaltiger Erzeugung zu steigern sowie Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Als Zielhorizont für den Fleischkonsum nimmt das Öko-Institut dabei den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen durchschnittlichen Wert von 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Person pro Woche an.

Dr. Jenny Teufel
Senior Researcher
Produkte & Stoffströme
Geschäftsstelle Freiburg
Tel.: +49 761 45295-252

 

Leitfaden: Vermeidung von Lebensmittelabfällen beim Catering

Lebensmittel haben einen bedeutenden ökologischen Rucksack. Ihre Erzeugung benötigt Fläche, verbraucht Wasser und emittiert Treibhausgase. Leider entstehen allein in Deutschland pro Jahr rund 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in den privaten Haushalten. Etwa ein Drittel aller im Außer-Haus-Verzehr hergestellten Speisen landen im Abfall. Wie sich Lebensmittelabfälle beim Catering vermeiden lassen – ob auf Tagungen und Messen, privaten Feiern oder Firmenjubiläen – erläutert dieser Leitfaden mit praktikablen und einfach umsetzbaren Tipps.

 

Reife Paradeiser aus Österreich im Sommer schmecken besser als „Glashaus-Tomaten“ aus Spanien im Winter. Reifes Obst und Gemüse hält sich – vom LKW tagelang über Europas Straßen geschaukelt – schlecht. Deshalb wird unreif geerntet, transportiert und die nachgereifte Ware schließlich verkauft. Weniger Geschmack, weniger Inhaltsstoffe, weniger Frische – dafür mehr Abgase durch den Transport.

Der Saisonkalender
saisonskalender

CO2-Bilanz von Kantinenmenüs in kg/CO2/Portion

 

Tramezzini mit Tomaten, Mozzarella und Salatbuffet                       0,29

Marillen-Topfenknödel                                                                            0,45

Olivenkuchen mit Sauerrahmdip und Salatbuffet                              0,46

Getreidelaibchen, Salat, Sauerrahmdip                                                0,60

Penne mit Zwiebeln, Lauch, Salami und Tomatensauce                   0,61

Gratinierter Polentaschnitte, Ratatouille-Gemüse                             0.78

Kalter Schweinebraten, Kren, Waldbeerschaum und Salatbuffet   1,11

Griechischer Bauernsalat                                                                        1,14

Veggi-Burger                                                                                             1,14

Schweinekarreescheiben „Jäger-Art“, Spiralnudeln                          1,99

Hühnerschnitzel „Hawai“, Currysauce, Mandelreis                           1,89

Hackleibchen, Kartoffelpüree, Karottengemüse                               2,68

 

 

 

Übrigens: Bioprodukte haben bis zu 20% kleinere CO2-Rucksäcke als konventionelle hergestellte Lebensmittel

 

Quelle: probier amol, CO2-Bilanzen von Menüs

 

Pdf-datei: Unterrichtsmaterial  Klimaverträglichkeit und Konsum

Klimaverträglicher-Konsum5-7_13_2

CO2 in Gramm pro Kilogramm Tomaten (Anbau und Transport)

 

Biolandbau in der Region während der Saison                                      35 g

 

Konventioneller Anbau in der Region während der Saison                85 g

 

Konventioneller Anbau in nicht beheizten Treibhaus                    2300 g

 

Flugware von den Kanaren                                                                    7200 g

 

Bioanbau in der Region in beheizten Treibhaus                               9200 g

 

Konventioneller Anbau in der Region im beheizten Treibhaus   9300 g

 

 

Quelle: probier amol, (Gutes Gemüse essen), 2016

 

Übrigens: Mein TIPP für perfekt geschnittene Tomatenscheiben

Die Tomate mit dem Strunk zur Seite legen, statt sie nach oben zu positionieren und dann in Scheiben schneiden. So bleiben die Samen im Tomatenfleisch.

Nachbarschaftliche Initiativen tragen sehr wirkungsvoll zum  REGIONAL EINKAUFEN bei; entweder durch Motivation zum Einkaufen bei Landwirtschaftlichen Betrieben, innovative Ideen beim Alltagshandeln oder anbieten von an zu viel an Jungpflanzen, Ernten etc aus dem eigenen Garten. Zugleich stärken diese Maßnahmen den Zusammenhalt der Nachbarschaft, verbessern die Lebensqualität und schaffen kurze Wege bei den Produkten.

Wussten Sie, dass

—–eine Avocado bevor sie gekauft wird , eine Schiffsreise von  4 Wochen  aus Südafrika  bis nach Rotterdam  bei knnstanter Kühlung von sechs Grad hinter sich bringen muss und

—–für den Anbau von einem Kilogramm Avocados 1000 Liter Wasser benöigt werden?

 

Die traurige Alternative

Transportkilometer Quiz

 

Bist du schon so weit gereist wie das Obst und Gemüse ?

Viele Transportkilometer erfordern große Mengen an Energie, verschmutzen die Luft, verursachen Lärmbelästigung und Bodenversiegelung. Der Kauf von regionalen und saisonalen Produkten ist Umwelt- und Klimaschutz !

Bitte ordne jeder Obst- und Gemüseart die entsprechende Kilometerangaben zu !

 

200 km 800 km 1000 km 1100 km 1800 km
2500 km 8300 km 9600 km 10400 km 12000 km
18000 km

 

 

Obst oder Gemüse, Herkunftsland Kilometerangabe
Zitrone, Argentinien
Birne, Italien
Paradeiser, Holland
Mango, Brasilien
Gurke, Spanien
Zwetschke, Frankreich
Pfefferoni, Israel
Kiwi, ,Neuseeland
Avocado, Südafrika
Banane, Mittelamerika
Kürbis, Österreich

Weiterlesen

1.Im Emissionshandelssystems der EU beträgt der Preis für eine Tonne CO2  8 bis 10 Dollar.

2.
Eine Flugreise USA – Wien kostet Euro 800.  Die Kostem für CO2 würden sich auf Euro 40 belaufen. Bei einem Transatlantikflug wird rund eine Tonne CO2 pro Passagier ausgestoßen. Diese Tonne verursacht also 30 bis 40 Euro an Schäden.
(Quelle: Buch „Climate Shock“, The Economic Consequences of a Hotter Planet von Gernot Wagner und Martin Weizman, 2016)

3.
Ein Vergleich:
PKW  Treibstoff: Benzin        Verbrauch: 6 Liter        km: 5000        CO2-Menge: 1,135 Tonnen
Eine Fussballmannschaft möchte Wien-Uruguay buchen. Anreise mit dem Schiff ca 5 Tonnen CO2, mit dem Flugzeug ca 250 Tonnen CO2.

 

Wusstest du dass…..

Als die Menscheit vor 250 Jahren begann, großflächig Kohle zu verfeuern, lag der Wert ppm (parts per million) (Anmerkung: in ppm geben Klimaforscher an, wie viel Kohlendioxyd sich über der Erde angesammelt hat; es ist also der Wert, an dem sich ablesen lässt, wie dick die Decke in der Atmosphäre ist ) bei 280 ppm. Im September 2016 war die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zum ersten Mal über 400 ppm.