Zutaten:

  • 200 g  Couscous
  • 300 ml Wasser
  • 3 Tomaten
  • ein Bund Frühlingszwiebel
  • eine halbe Salatgurke oder eine Feldgurke
  • Paprika in allen Farben
  • ein Handvoll frische Minze
  • Salz
  • Pfeffer
  • 5 EL Olivenöl
  • Saft einer Zitrone

Zubereitung:

  1. Der Couscous ist schnell zubereitet: Gib ihn in eine Schüssel und übergieße ihn mit 300 Milliliter kochendem Wasser. Deckel drauf und für zehn Minuten ziehen lassen. Anschließend mit Salz und Pfeffer würzen.
  2. Während der Couscous quillt, kannst du das Gemüse putzen. Wasche alles gründlich und schneide es in Würfel. Damit der Couscous-Salat nicht zu wässrig wird, kannst du bei der Gurke mit einem Löffel die Kerne entfernen – musst du aber nicht.
  3. Wasche die Minzeblätter und schneide sie fein.
  4. Jetzt kannst du das Gemüse und die Minze mit dem fertigen Couscous vermengen.
  5. Gib das Olivenöl sowie den Zitronensaft hinzu.
  6. Lass den Salat etwa 15 Minuten ziehen lassen, damit sich das Aroma entfalten kann.

Tipp: Du kannst den Couscous-Salat schon vorab portionieren. Gib ihn einfach in leere Schraubgläser und verschließe sie gut. So lässt er sich nicht nur einfach transportieren, sondern auch leicht essen.

 

Gibt es Zuckerersatz ?

Je niedriger der Glykärnischer Index , desto weniger steigt der Blutzuckerspiegel an und desto weniger wird vom „Masthormon“ Insulin ausgeschüttet.

 

  1. Yacon Wurzel

Kalorienarm, niedriger Glykärnischer Index (GI)

  1. Birkenzucker

„Zahnfreundlicher Zuckerersatz“ mit 40 Prozent weniger Kalorien als Zucker und niedrigem GI.

  1. Erythrit

Kalorienfreier Zuckerersatz mit einem GI von 0. Wird durch Fermentation aus Stärke hergestellt.

  1. Kokosblütenzucker

Ist voller Mineralstoffe und Vitamine. GI beträgt 68. Eignet sich gut zum Backen.

  1. Stevia

Wird aus der Stevia-Pflanze gewonnen, hohe Süßktaft. Der GI ist 0.

 

Quelle: Woman,  Jänner 2018 (Seite81)

 

Der glykämische Index (GI) ist ein Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Teilweise wird dafür auch die Bezeichnung Glyx verwendet. (Formelzeichen n G I {\displaystyle n_{\mathrm {GI} }} bzw. n G l y x {\displaystyle n_{\mathrm {Glyx} }} ). Je höher der Wert ist, desto mehr Zucker ist im Blut.

Ein ähnlicher Parameter ist der Insulin-Index, der statt des Blutzuckerspiegels den Insulin-Spiegel angibt.

Im Allgemeinen wird folgende Einteilung verwendet:

  • Hoch ist ein GI größer als 70
  • Mittel sind GI-Werte zwischen 50 und 70
  • Niedrig ist ein GI kleiner als 50.

 

 

Foto

Quelle: Von Darkone, de:21. Oktober 2004 – Übertragen aus de.wikipedia nach Commons durch Multichill., CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3383436

 

„An apple a day keeps the doctor away!“

„An apple a day keeps the doctor away!“ – Das Sprichwort kennen wir alle und kommt nicht von irgendwo. Obst enthält eine Menge Vitamine und Mineralstoffe, weshalb eine Tagesdosis von 5 Portionen Obst und Gemüse empfohlen wird. Eine im “British Medical Journal” veröffentlichte Metaanalyse zeigt, dass ausreichend Obst und Gemüse in unsere Ernährung das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

Arten

Beim Obst kann man zwischen unterschiedlichen Arten unterscheiden – Beerenobst, Schalenobst, Kernobst, Steinobst, und exotische Früchte, aber auch frisches und Lagerobst. Manche Apfel- und Birnensorten eignen sich besonders für eine lange Lagerung und sind somit lange Zeit sowie in Wintermonaten erhältlich.

  • Beerenobst – klein, weich, rundlich: Die meisten Beerenarten gehören zu den Rosengewächsen, wie Erdbeere, Himbeere, Brombeere, Apfelbeere, Mispel, Eberesche oder Hagebutte. Zum Beerenobst zählen auch Johannis- und Stachelbeeren, Holunder, Sanddorn, Heidel- und Preiselbeeren.
  • Kernobst – besitzt ein Kerngehäuse: Es stammt aus der Familie der Rosengewächse. Die Frucht wird als sogenannte Apfelfrucht bezeichnet, dessen fleischiges Gewebe das Kerngehäuse umschließt. Zum Kernobst gehören u.a. Äpfel, Birnen und Quitten.
  • Steinobst – weiche Schale, harter Kern: Im Inneren weichen, fleischigen Fruchtwand befindet sich der verholzte Stein. Bekanntes Steinobst ist bspw. Kirschen, Marillen, Nektarinen, Pfirsiche oder Zwetschken.
  • Schalenobst – harte Schale, weicher Kern: Sogenannte Schalenfrüchte sind Fruchtkerne, die von einer harten, oft holzigen Schale umschlossen und im Gegensatz zur Fruchtwand verzehrgeeignet sind. Dazu zählen bspw. Bucheckern, Maroni (Edelkastanie), Eichel, Hanfnuss, Haselnuss oder Macadamianuss.
  • Exotisches Obst – oder auch Südfrüchte: bspw. Ananas, Banane, Feige, Mango oder Maracuja.

Obst und Gemüse

Wer kennt sie nicht – die Diskussionen, ob nun Paradeiser zum Obst oder zum Gemüse zählen…. Tatsache ist, dass sie zum sogenannten „Fruchtgemüse“ zählen, da eine genaue Abgrenzung oft gar nicht möglich ist. Dennoch geben wir euch folgende Merkmale an die Hand, die eine leichtere Einschätzung ermöglichen.

Obst: stammt von mehrjährigen Pflanzen, Zuckergehalt ist meist höher, entsteht aus einer befruchteten Blüte

Gemüse: stammt von einjährigen Pflanzen, Zuckergehalt bzw. Süße gering, entsteht aus anderen Pflanzenteilen

Paradeiser oder auch Kürbisse entstehen zwar aus befruchteten Blüten, da ihnen aber die Süße fehlt und sie von einer einjährigen Pflanze stammen, zählen sie zum Fruchtgemüse.

 

Einkauf

Beim Einkauf von Obst ist zu beachten, dass manche Früchte noch nachreifen, wie z.B. Äpfel, Bananen, Birnen oder Zwetschken. Also wenn du das Obst erst in ein, zwei Tagen essen oder verarbeiten möchtest, lieber etwas unreifes Obst wählen.

Lagerung

Bei der Lagerung von Obst ist auf die Kälteempfindlichkeit und die Ethylenausscheidung bzw. -empfindlichkeit zu achten.

  • Kälte: Wenn kälteempfindliches Obst zu kühl gelagert wird, kann es zu bräunlichen Verfärbungen des Fruchtfleisches, Veränderungen der Konsistenz, glasigen Wasseransammlungen, Aromaverlust oder –veränderungen kommen.

Kälteempfindliches Obst: v.a. Exoten wie Ananas, Banane, Mango, Melone und Zitrusfrüchte

Für den Kühlschrank geeignet: Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Marillen, Pfirsiche, Weintrauben und Zwetschken

 

  • Ethylen: Ethylen ist ein Reifehormon, das bei zunehmender Fruchtreife ausgeschieden wird und den Verderb des Obstes beschleunigt. Dieser Prozess wird durch hohe Temperatur oder Verletzungen des Obstes verstärkt. Obstsorten mit einer hohen Ethylenausscheidung sollten nicht gemeinsam mit ethylenempfindlichen Sorten gelagert werden, da diese sonst schneller verderben.

Hohe Ethylenaussscheidung: Äpfel, Birnen, Marillen, Pfirsiche, Zwetschken

Ethylenempfindliches Obst: Banane, Mango, Melone, Paradeiser

 

Verarbeitung

Um die Obstvielfalt auch in den kalten Jahreszeiten zu wahren, ist das Haltbarmachen durch Einkochen oder Fermentieren möglich, aber auch als Kompott oder getrocknet hat verarbeitetes Obst eine längere Lebensdauer.

Wenn man Obst verarbeitet spielen hohe Qualität der Früchte und Hygiene wichtige Rollen.

 

Siehe TIPP: Fermentierung

 

Brot und Backwaren sind sehr beliebt, dennoch wird viel zu viel weggeworfen.

Etwa 15 Prozent des Lebensmittelabfalls in Privathaushalten machen Brot und Backwaren aus.

 

Tipps für knuspriges Gebäck

Knuspriges wie Brötchen behält in der Papiertüte seinen Biss, sollte aber innerhalb eines Tages gegessen werden. Im Brotkasten hält es länger, wird allerdings weich. Knuspriges kauft man also am besten nach Bedarf ein und friert Übriggebliebenes ein, bevor es trocken wird. Auch vom Auftauen lasch gewordenes Gebäck legt man direkt vor dem Essen auf den Toaster, so wird es wieder schön knusprig.

Faustregeln für Haltbarkeit

  • Dunkleres Brot hält länger als Weißbrot, das sich nur ein bis drei Tage im Brotkasten oder Tontopf aufbewahren lässt.
  • Roggen schlägt Weizen in Haltbarkeit: Weizenmischbrote halten nur drei bis fünf Tage, Roggenmischbrote fünf bis sieben Tage.
  • Vollkornbrot bleibt besonders lange lecker, bis zu neun Tage. Das lang haltbare, gesunde Brot mit den vielen Mineral- und Ballaststoffen erkennt man an seinem Namen, nicht an seiner Farbe. Nur was Vollkornbrot heißt, muss auch 90 Prozent Vollkornmehl enthalten. Eine dunkle Farbe hingegen kann Brot auch durch Karamellsirup oder Malz erhalten.

Tontopf und Essigwasser gegen Austrocknen und Schimmel

Es lohnt sich, einen Steingut- oder Tontopf anzuschaffen: Diese Behälter nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf und geben sie wieder an das Brot zurück, wenn es trocken zu werden droht. Das verringert auch die Gefahr für Schimmel. Ähnlich ist der Effekt von Brotkästen, die nicht luftdicht abschließen. Damit Schimmel keine Chance hat, sollte man den Brotbehälter regelmäßig mit Essigwasser säubern. Am besten stellt man das Brot übrigens auf die Schnittfläche, damit diese an der Luft nicht austrocknet. Der Kühlschrank eignet sich als Aufbewahrungsort nur bei hohen Raumtemperaturen. Denn im Kühlschrank wird Brot schnell altbacken.

 

„Rund gehts“ auf den Spuren unserer Reste

Wie aus Abfällen wertvolle Rohstoffe werden

Es geht rund in der österreichischen Abfallwirtschaft: Im Rahmen der Bewusstseinskampagne ‘RUND GEHT’S“ wird der Bevölkerung gezeigt, dass aus Abfällen wichtige Rohstoffe für neue Produkte gewonnen werden können. Jährlich fallen in Österreich mehr als 57 Millionen Tonnen an Abfällen an. Allein vier Millionen Tonnen in Form von Sperrmüll, Elektroaltgeräten, Verpackungen & Co werden aus Haushalten gesammelt, weitere mehr als 22 Millionen Tonnen Abfälle haben ebenfalls ein enormes Recyclingpotential. Denn: Abfälle sind ein wichtiger Rohstoff und das wird jetzt auch der österreichischen Bevölkerung bewusst gemacht.

Aus diesem Grund wurde mit allen wichtigen Akteuren der heimischen Abfallwirtschaft die Kampagne ‘Rund Geht’s“ entwickelt. Diese folgt den Spuren unserer Reste und holt die vielfältigen Kreisläufe vor den Vorhang: Wussten Sie, dass aus Altpapier neues Papier produziert wird? Wahrscheinlich schon. Aber wie sieht’s mit folgenden Beispielen aus: aus Elektroaltgeräten wird sogar Gold und Silber für Schmuck gewonnen, Kunststoffverpackungen werden zu Granulaten für Gartenmöbel oder Stöckel von High Heels und Eisen aus Autowracks finden sich in Windradstehern wieder! ‘Rund Geht’s“ zeigt genau diese vielfältigen Wege – was mit den Resten des Alltags passiert, nachdem man sie entsorgt hat. Und zwar anhand von bekannten und weniger bekannten Good-Practice Beispielen sowie interessanten ReUse-Projekten. Dadurch wird das Sammelengagement der heimischen Bevölkerung bestärkt.

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) gemeinsam mit zahlreichen Akteuren der Abfallwirtschaft, den Bundesländern, den Abfallverbänden, BMLFUW, WKÖ u.v.a. Bis heute unterstützen über 50 Partner die Kampagne.

Auf der neuen Website www.rundgehts.at können Herr und Frau Österreicher Schritt für Schritt den Weg des Abfalls sehen und bekommen einen Einblick, was und wie viel noch daraus gewonnen werden kann. Zudem gibt es viele Infos, Zahlen und Fakten zur heimischen Abfallwirtschaft und welche Maßnahmen gesetzt werden, damit aus dem Abfall von heute schon Morgen ein neues Produkt entsteht.

Jedes Beispiel ist immer so aufgebaut, dass detailliert erklärt wird, wie der Abfall X in ein neues Produkt Y fließt. Anhand des Kreislaufs ‘Vom Elektroaltgerät zum Schmuckstück“ gestaltet sich das inhaltlich beispielsweise folgendermaßen: jährlich werden österreichweit 82.400 Tonnen Elektroaltgeräte in kommunalen oder gewerblichen Sammelstellen gesammelt. Von dort werden sie zu speziellen Verwertungsanlagen gebracht, wo sie im ersten Schritt zerschlagen werden. Im Schredder wird der Elektronikschrott dann weiter zerkleinert und Eisenmetalle mittels Magneten ausgeschieden. Das restliche Material kommt in ein Schüttelsieb, wodurch Nichteisenmetalle herausgesiebt werden. Diese Nichteisenmetalle – wie beispielsweise Kupfer, Gold oder Silber – können dann wieder eingeschmolzen und zum Beispiel in Schmuckstücken verarbeitet werden.

Der Kreislauf ‘Von Joghurtbechern & Co zu Damenschuhabsätzen“ wird wie folgt dargestellt: Aus Altstoffsammelzentren kommen Joghurtbecher, Pflanztöpfe & Co. zu speziellen Aufbereitungsanlagen, wo sie gereinigt und sortenrein getrennt werden. In einem sogenannten ‘Extrusionsverfahren“ werden die Kunststoffteile zerkleinert und im weiteren Verarbeitungsschritt eingeschmolzen, wodurch Kunststoffgranulate entstehen. Diese können dann wieder aufgeschmolzen und in die gewünschte Form gepresst werden. Da Kunststoffgranulate sehr robust sind, eignen sie sich gut für Stöckel von Damenschuhen oder auch als Gartenmöbel. Neben dem Webauftritt wurden auch frische Werbesujets zu verschiedenen Sammelfraktionen, Online-Banner, Infofolder u.v.m. entwickelt sowie eine Facebook-Seite www.facebook.com/rundgehts aufgesetzt, um die ÖsterreicherInnen auch im Social Media-Kosmos mit allen News zu versorgen.

Startschuss mit Eyecatcher auf öffentlichen Plätzen

Zum Start der Kampagne wurden auffällige Medienaktionen in verschiedenen Städten Österreichs, wie Graz oder Innsbruck, inszeniert. Den BewohnerInnen wird dabei hautnah vermittelt, was durch Wiederverwertung alles möglich ist und wie sich die Recyclingkreisläufe schließen. Den Auftakt markierte Graz anlässlich der Abfallwirtschaftstagung am 10. Mai 2017 zum Thema Kunstoffabfälle, wo mit einer Kunstinstallation im öffentlichen Raum – einer Pyramide aus Kunstoffabfällen beim Eisernen Tor in der Herrengasse und Schuhen aus Joghurtbechern in den Auslagen zahlreicher Geschäfte auf die Kampagne aufmerksam gemacht wurde. In Innsbruck wurde gemeinsam mit zahlreichen Tiroler Unternehmen und Akteuren das Thema Kupfer ausgewählt – mit einer Installation eines Kabelsalats auf der Innbrücke wurde darauf aufmerksam gemacht, dass auch aus alten Kupferkabeln viele neue Produkte entstehen können, wie zum Beispiel für Münzen, Elektrogeräte oder historische Dächer. Begleitet wurden beide Medienaktionen mit einem Facebook-Gewinnspiel und attraktiven Preisen. Zudem sind noch weitere Aktionen in Landeshauptstädten in Planung.

Zahlen & Fakten

Das Abfallaufkommen Österreichs lag im Jahr 2015 bei rd. 59,76 Millionen Tonnen – 57,10 Millionen Tonnen Primärabfälle und 2,66 Millionen Tonnen an Sekundärabfällen (diese resultieren aus der Behandlung von Primärabfällen). Zu Primärabfällen zählen zum Beispiel Sperrmüll, Aushubsmaterial, Biogene Abfälle, u.v.m. 4,2 Millionen Tonnen davon sind Siedlungsabfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen – das entspricht 482 Kilogramm Abfall pro Person und unterteilt sich in 40 % Rest- und Sperrmüll und 60 % getrennte Sammlungen.

Jährlich generiert die kommunale Abfallwirtschaft in den Betrieben und über ihre Zulieferkette eine Wertschöpfung von rund 1,2 Milliarden Euro und sichert knapp 14.800 Arbeitsplätze. Im privaten Sektor arbeiten rund 25.000 Österreicherinnen und Österreicher und sorgen für eine Wertschöpfung von ca. 4 Milliarden Euro (Stand: 2014).

Mehr auf der Kampagnen-Seite: www.rundgehts.at

Liebe Uroma, wie geht es weiter ?

 

Demografischer Wandel

Die klassische Kernfamilie wird bis 2030 weiter an Bedeutung verlieren und von alternativen, instabileren Lebensformen abgelöst. Der demografische Wandel stellt das vorherrschende kulturelle Jugendparadigma auf den gesellschaftlichen Prüfstand. Anstelle des gesellschaftlichen Jugendwahns können Ideale und Werte treten, die dem Selbstverständnis der Best Ager (über 50) oder der Generation Silber (über 60) besser entsprechen. Bürgerproteste gehen neuerdings von älteren, sehr aktiven und oft gut situierten Menschen aus. Die globale Kommunikation und Mobilität zusammen mit weltanschaulichen Veränderungen führen zu einer Verbreitung global empathischer Wertemuster in der Gesellschaft und insbesondere bei jüngeren Menschen (VDI & ISI, 2014).

Die Rolle der Frauen

Ein zentraler Megatrend sind Frauen, die global als Beschleunigerinnen und Pionierinnen in Schlüsselbereichen der Daseinsvorsorge auftreten (VDI & ISI, 2014). Frauen dringen zunehmend in männlich dominierte Arbeitsbereiche und Führungspositionen vor, wobei sie stärkeren Wert auf sozial-ökologisches Wirtschaften legen (Röhr, 2013). Mit steigenden Beschäftigungszahlen und höheren Einkommen spielen Kaufentscheidungen von Frauen eine immer größere Rolle. Sie zeigen ein anderes Mobilitäts- und Energiekonsumverhalten als Männer (UBA, 2014b; Zukunftsinstitut, 2015). Auch der Ernährungs- und Gesundheitsbereich wird durch den „female shift“ beeinflusst: Frauen fragen häufiger ökologische und regionale Nahrungsmittel nach, kaufen mehr Obst und Gemüse und sind zudem häufiger Vegetarierinnen (GfK, 2012).

Ernährungstrends

Nach der Zukunftsstudie von Nestlé (2015) wird es 2030  mehrere parallele Entwicklungen im Bereich Ernährung geben: Die Menschen kochen seltener zu Hause, kochen wird zum gemeinschaftlichen Event und das Essen in der Gemeinschaft wird wichtiger. Zukünftige Ernährungsgewohnheiten werden von gut ausgebildeten und überwiegend berufstätigen Frauen gestaltet (Alter 40 bis 59). Das Thema Gesundheit wird unsere Ernährung maßgeblich beeinflussen. Neue Technologien machen es möglich, dass Essen personalisiert und individuell auf das eigene Gesundheitsprofil zugeschnitten wird. 2030 können Insekten und Algen als Proteinlieferanten hierzulande gegessen werden, allerdings in Form bekannter Speisen. Während Lebensmittel überwiegend online gekauft werden, profiliert sich der Einzelhandel durch Spezialisierung und Beratung.

Für die nächsten zehn Jahre identifiziert das Zukunftsinstitut (2015) folgende Ernährungstrends: Den Flexitariern gehört die Zukunft. Sie essen deutlich weniger Fleisch und Wurst, dafür mehr Gemüse und Getreideprodukte. Urbanes Gärtnern als starker Food-Trend hat viel Potenzial für den Lebensmittelhandel, die Gastronomie, städtische Architektur und Privathaushalte (z.B. supermarktintegrierte Gemüsegewächshäuser, Aquaponik auf Dächern). Immer mehr Supermärkte öffnen ihr Sortiment für „Misfits“ (Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern). Neue Ratgeber und Kochbücher animieren zu einem anderen Umgang mit Essensresten und jenen Teilen von Fleisch und Gemüse, die bisher im Abfall landeten.

Konsumverhalten

Lebensqualität, qualitatives Wachstum und nachhaltiger Wohlstand sind global wichtige normative, zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Trends bis 2030. Der Diskurs über Wachstumsalternativen wird weiter an Bedeutung gewinnen (VDI & ISI, 2014). Mit den negativen Folgen des Massenkonsums in westlichen Industrieländern hinterfragen immer mehr Menschen den ökologischen und auch den sozialen „Fußabdruck“ ihrer Aktivitäten. Konsumkritik und konsumleichtere Lebensstile nehmen zu, eine Suffizienzdebatte wird geführt (VDI & ISI, 2014). Werbung wird noch stärker als bisher mit „Sinn“ aufgeladen durch eine Verknüpfung des Produkts mit Sozial- oder Umweltversprechen, Vorbildern oder durch die Suggestion eines „einzig wahren“ Lebensstils. Konsum hat einen zunehmend Status gebenden Einfluss. Werbung wird digitalisiert und personalisiert; die Konsumbedürfnisse werden immer häufiger online befriedigt (UBA, 2014b).

 

Quelle: Auszug aus Kursbuch Agrarwende 2050 – ökologisierte Landwirtschaft , Seite 23

 

Augen auf beim Einkauf

 

Wer den Blick gerne schweifen lässt, läuft Gefahr, im Supermarkt viel mehr zu kaufen, als er eigentlich vorhatte – das ist das Ergebnis einer neuen Studie.

Dass nämlich die individuelle Aufmerksamkeit beim Einkauf eine bedeutende Rolle spielt, weist der Innsbrucker Konsumforscher Mathias Streicher gemeinsam mit Kollegen nun erstmals eindeutig nach.

Wer gerne den Blick schweifen lässt, macht das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch, wenn er durch den Supermarkt spaziert – und bringt dann häufig mehr Einkäufe nach Hause als eigentlich geplant. Das zeigt eine Untersuchung des Innsbrucker Konsumforschers Dr. Mathias Streicher, die er gemeinsam mit seinen Kollegen Oliver Büttner (Universität Duisburg-Essen) und Zachary Estes (Bocconi-Universität, Mailand) durchgeführt hat. „Wir haben uns angesehen, welche Rolle visuelle Aufmerksamkeit bei ungeplanten Einkäufen spielt. Mehrere Studien im Marketing-Bereich legen nahe, dass Konsumenten mehr Spontankäufe tätigen, wenn sie beim Einkaufen auch mehr Produkte erblicken. Dass dabei auch das individuelle Aufmerksamkeits-Verhalten von Einzelnen eine große Rolle spielt, konnten wir jetzt erstmals nachweisen“, erklärt Mathias Streicher.

Aufmerksamkeitstypen

Die Forscher unterscheiden im Wesentlichen zwischen zwei Typen, die ihre Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Aspekte richten: Menschen mit einem engen Fokus achten auf das, was unmittelbar vor ihnen ist, im Supermarkt etwa tendenziell auf die Mitte eines Regals. Breit fokussierte Personen lassen sich leichter ablenken, ihr Blick schweift und sie nehmen mehr von ihrer Umwelt wahr. „Jeder Mensch ist zwar tendenziell der eine oder der andere Typ, aber vieles hängt auch von der jeweiligen Situation ab“, sagt der Konsumforscher. Zum Beispiel führt, um beim Supermarkt-Beispiel zu bleiben, eine Einkaufsliste in der Hand zu einer umsetzungsorientierten Einstellung und der Blick verengt sich – man ist fokussierter.

Nun ist es möglich, die Aufmerksamkeit durch eine einfache visuelle Aufgabe für zumindest kurze Zeit in einen engen oder breiten Zustand zu versetzen, ohne dass das dieser Person bewusst wird („primen“, zum genauen Vorgang siehe unten): „Wir haben Einkäufer vor einem Innsbrucker Supermarkt gefragt, ob sie an unserem Experiment teilnehmen wollen und eine Gruppe dann auf engere und eine auf breitere Aufmerksamkeit geprimt. Das Ergebnis hat uns selbst überrascht: Die mit breiter Aufmerksamkeit geprimten Menschen kamen mit signifikant mehr Spontankäufen aus dem Supermarkt als jene, die eng geprimt waren.“ Im Durchschnitt haben zwar auch die auf enge Aufmerksamkeit geprimten Testpersonen rund 6 Euro für ungeplante Produkte ausgegeben, die breit geprimten allerdings 11 Euro – fast doppelt so viel. „Wir haben die Studie insgesamt zwei Mal wiederholt und das Ergebnis hat sich jedes Mal bestätigt.“ Beim dritten Versuch haben die Forscher die Manipulation (siehe unten) werblicher gestaltet und den Personen auch Schrittzähler mitgegeben: „Die breit geprimte Gruppe im dritten Versuch hat dann wieder mehr Geld für Spontankäufe ausgegeben, hat sich deutlich länger im Supermarkt aufgehalten und die Personen sind dort auch deutlich mehr Schritte gegangen als die aus der eng geprimten Gruppe.“

Neben der Feldstudie haben die Forscher das Experiment auch im Labor durchgeführt, in insgesamt drei Varianten: Eine Studierendengruppe wurde mit Eyetracking-Brillen ausgestattet ebenfalls geprimt in einen Markt geschickt – auch das Eyetracking zeigte, dass sich die Aufmerksamkeit bei den eng geprimten Personen auf das Mittelfeld richtet, während breit geprimte Personen auch die Ränder von Regalen beachten. Bei zwei weiteren Laborversuchen mussten Personen mit Mausklicks auf einem Bild Produkte markieren, die sie kaufen würden bzw. sich Produkte merken – auch hier überlappten das jeweilige Priming und das Klickverhalten deutlich.

Auswirkungen

Diese Erkenntnisse können nun unter anderem für die Behandlung von Zwangsstörungen von Nutzen sein, wie Mathias Streicher erklärt: „Impulskäufe sind für die meisten Menschen etwas zwar Alltägliches, aber nicht schlimm. Für Menschen, die unter Kaufzwang leiden, kann diese Krankheit aber an die Existenzgrundlagen gehen – mit dem Nachweis, dass die individuelle Aufmerksamkeit eine Rolle beim Kaufverhalten spielt, können Therapien darauf ausgerichtet werden, dass Betroffene lernen, ihre Aufmerksamkeit bewusster zu steuern.“ Auf der anderen Seite könnten auch Supermärkte reagieren und ihre Werbung so anpassen, dass Käuferinnen und Käufer ihre Aufmerksamkeit breiter lenken – diese Erkenntnisse also für ihre Werbung und letztlich für die Umsatzsteigerung nutzen. „Uns ist wichtig, diesen Mechanismus aufzuzeigen. Die eigene Aufmerksamkeit spielt bei Impulskäufen eine ganz wesentliche Rolle, viel stärker, als man das vielleicht auch intuitiv vermuten würde. Dieser Tatsache müssen sich Konsumentinnen und Konsumenten bei ihren Einkäufen bewusst sein“, sagt der Konsumforscher.

Die Feldstudie

Vor Besuch des Supermarkts wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Studie vorbereitet: Eine Gruppe musste in rascher Folge auf 20 Folien jeweils den Gegenstand im Zentrum benennen, eine zweite jeweils den Gegenstand in einer der Ecken (siehe Bilder). So wurde ihre visuelle Aufmerksamkeit auf den Mittelpunkt des Blickfelds (erste Gruppe) oder auf die breitere Umgebung (zweite Gruppe) gelenkt. Vor Betreten des Supermarkts wurden die Personen außerdem gefragt, was sie planen, zu kaufen. Jene Gruppe, die mit breiter Aufmerksamkeit in den Supermarkt gegangen ist, kam mit deutlich mehr ungeplanten Einkäufen wieder heraus als die Gruppe, deren Blick auf engere Aufmerksamkeit vorbereitet („geprimt“) wurde. Insgesamt wurde diese Feldstudie drei Mal mit jeweils rund 100 Personen durchgeführt, die Ergebnisse haben sich jedes Mal bestätigt. Beim dritten Versuch wurde den Testpersonen auf den Folien statt willkürlicher Gegenstände echte Waren aus dem Supermarkt gezeigt, außerdem bekamen sie auch einen Schrittzähler mit. Das Ergebnis hier: Die breit geprimten Personen gaben noch mehr Geld aus und sie bewegten sich auch im Supermarkt weiter und blieben länger als die andere Gruppe. Neben der Feldstudie haben die Forscher auch Laborversuche mit weiteren insgesamt 300 Personen durchgeführt, die die Ergebnisse ebenfalls bestätigt haben.

Dieser Artikel ist in der Dezember-Ausgabe des Magazins „wissenswert“ erschienen. Eine digitale Version ist hier zu finden (PDF)

Quelle   Universität Innsbruck 2017